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Lastschrift Zahlung: Wie funktioniert sie und was gibt es zu beachten?

Eine Lastschrift ist eine Zahlungsmethode, welches einer ermächtigten dritten Partei (z. B. einem Lieferanten, Händler oder Online-Shop) ermöglicht, einen bestimmten fälligen Betrag direkt vom Konto einer Person, Kunden oder eines Unternehmens abzubuchen. Wie Überweisungen können auch Lastschriften einmalig oder wiederkehrend sein. Das Lastschriftverfahren wird im Online-Handel, bei Rechnungen für Versorgungsleistungen und sogar im Casino mit Lastschrift verwendet. Die Lastschrift ist daher ein weit verbreitetes Zahlungsinstrument, im täglichen online und offline Zahlungsverkehr, zwischen verschiedenen Parteien, welches sich im Gegensatz zur klassischen Überweisung auf eine Einzugsermächtigung basiert.

Das elektronische Lastschriftverfahren im Detail

Sowohl Überweisungen als auch Lastschriften ermöglichen es Geld von einem Konto auf ein anderes zu überweisen. In ihrer Funktionsweise unterscheiden sich die zwei Bezahlverfahren aber, was gewisse Vorteile und Nachteile mit sich bringt. Keine Sorge, hier finden Sie Hilfe, um die Funktionsweise und die Unterschiede der zwei Zahlungsmethoden klar zu verstehen!

Die SEPA-Lastschrift

Im Euro-Raum Zahlungsverkehr basiert sich die Lastschrift auf dem SEPA-Lastschriftmandat. Die SEPA-Lastschrift (Single Euro Payments Area) oder Basis-Lastschrift ist eine von europäischen Banken und anderen Zahlungsdienstleistern angebotener Zahlungsdienst, mit dem Unternehmen oder Einzelpersonen, welche eine Gläubiger-Identifikationsnummer besitzen, per SEPA-Mandat automatisch Geldbeträge vom Konto des Kunden abbuchen können. Ziel dabei ist es, die Zahlungsmöglichkeit für Kunden und Dienstleister so einfach und sicher wie möglich zu gestalten. Das SEPA-Lastschriftverfahren kann nur einmal oder wiederholt und zu einem vorher festgelegten Zeitpunkt zur Abbuchung auf dem Konto führen.

Unterschied zur klassischen Überweisung

Beim SEPA-Lastschriftverfahren gewährt der Zahlungspflichtige dem Zahlungsempfänger, die Abbuchung der Rechnung mittels Mandat automatisch vom Konto vorzunehmen. Der Kunde hat somit den Vorteil, dass dieser bei Zahlungen keine Überweisung vornehmen muss. Der Kunde muss nur den IBAN von seinem Bankkonto an den Zahlungsempfänger weitergeben und der Händler kann danach Zahlungen automatisch abbuchen.

Wer kann eine Lastschrift verwenden?

Bezahlen per Lastschrift kann jeder der ein europäisches Zahlungskonto (Bank- oder Postkonto), eine „Konto“-Karte oder eine Kreditkarte besitzen. Um Zahlungen per SEPA-Lastschrift vorzunehmen, muss der Kunde das Unternehmen, das den Dienst oder die Dienstleistung erbringt, durch Unterzeichnung eines Zahlungsmandats ermächtigen. Zu jedem Fälligkeitstermin übermittelt der Begünstigte den Zahlungsauftrag und der Zahlungsdienstleister (Bank) des Schuldners führt ihn aus, indem er die Beträge vom Konto des Kunden abbucht, ohne jedes Mal die Zustimmung des Kunden einzuholen.

Die größten Vorteile des Lastschriftverfahrens

Die Zahlung via Lastschrift bietet Kunden und Anbietern von Dienstleistungen und Produkten viele Vorteile. Besonders im E-Commerce-Bereich (Online-Shop) und für wiederkehrende Dienstleistungen kann die Zahlung via Einzugsermächtigung viel Zeit und Nerven ersparen.

Obwohl Lastschriften automatisch erfolgen, ist es wichtig, wachsam zu sein. Vergewissern Sie sich, dass Ihr Konto gedeckt ist, damit der Gläubiger Ihnen die fälligen Kosten problemlos in Rechnung stellen kann und Sie keine Strafen zahlen müssen. Wenn eine Lastschrift abgelehnt wird, dann wird im Regelfall versucht Sie nach ein paar Arbeitstagen erneut abzubuchen.

Nachteile der Lastschrift und auf was sollte man besonders achten?

Das Lastschriftverfahren bringt auf ein gewisses Risiko für Konsumente und Unternehmen mit sich. Den im Gegensatz zur Bezahlung via Überweisungen (oder Bargeld), wo der Zahlungspflichtige den Betrag sofort übermittelt, ist die Lastschrift eine Art Unterschrift und Erklärung vom Zahlungspflichtigen, dass der fällige Betrag vom Konto abgebucht werden kann. Ist im Anschluss das Konto des Zahlungspflichtigen nicht gedeckt, kann dies zu unangenehmen Komplikation führen.

Besondere Aufmerksamkeit für Fristen bei der Zahlung per Lastschrift

Das SEPA-Lastschriftverfahren führt dazu, dass die wiederkehrenden Zahlungen nicht verzögerbar sind. Bei einer Abbuchung ohne Deckung kann die Zahlung abgelehnt werden, was in schwerwiegenden Fällen sogar zur Aussetzung der Leistungserbringung führen kann. In anderen Fällen, wenn dies im Girokontovertrag vorgesehen ist, kann die Zahlung erfolgen, aber dem Kunden können Gebühren für die Gewährung eines Überziehungskredits von der Bank entstehen. Zudem kann ein Versäumnis einer Zahlung per Lastschrift zu einer niedrigeren Bonität vom Kontoinhaber bei der Bank führen. Zu der Höhe des eigenen Überziehungsrahmens und den anfälligen Zins erhält man mehr Informationen bei der eigenen Bank.

Mögliche Zinsen und sonstige Kosten: Vorab bei der Bank informieren

Der Einzug via SEPA-Mandat ist bei den meisten Banken im DACH-Raum auf eine gewisse Anzahl und Höhe beschränkt. Der Bankkontoinhaber sollte sich daher vorab über die Limits für die Zahlung per Lastschrift bei der eigenen Bank informieren. Es kann sein, dass Ihr Girokontovertrag nur eine bestimmte, kostenlose Anzahl von Lastschriften pro Jahr vorsieht. Überschreitet man das Limit, können vonseiten der Bank hohe Gebühren entstehen. Will man die Bezahlung per Einzugsermächtigung für viele Dienste nutzen, lohnt sich eventuell ein Vergleich verschiedener Anbieter, um die bequemste und kostengünstigste Lösungen für die eigenen Bedürfnisse zu finden.

Wiederkehrende Fehler bei Bezahlung via Bankeinzug

Übermäßiger Optimismus in Kombination mit kurzen Fristen können bei der Zahlung via Lastschrift schnell zu einer schlechten Bonität des Zahlungspflichtigen führen. Eine schlechte Bonität führt im Anschluss zu einer bösen Überraschung, wenn man bei der Bank, um einen Kredit anfragt.

Es besteht die Gefahr, dass durch übermäßigen Optimismus eine Lastschrift genehmigt wird, ohne dass die Sicherheit besteht, dass die Mittel zur Verfügung stehen, und dass man sich vielleicht auf hypothetische Gutschriften anderer Beträge verlässt, die noch eingehen sollten.

Behalten Sie die Kontodaten mit den ein- und ausgehenden Beträgen genau im Auge, um bei der Verwendung von Lastschriften auf dem Bankkonto nicht ins Minus zu geraten.

Europäisches Regelwerk für die Lastschrift seit 2014

Mit der Einführung vom SEPA-Raum und SEPA-Mandat im Jahr 2014 wurden verfahrenstechnische Unterschiede zwischen inländischen und europäischen Zahlungen beseitigt und für Kontoinhaber im Euro-Währungsgebiet gleiche Regeln festgelegt. Zum SEPA-Raum gehören folgende Länder:

Widerrufsrecht des Zahlungspflichtigen bei der Zahlung per Lastschrift

In den Fällen, in denen das Mandat des Empfängers den abzubuchenden Betrag nicht im Voraus beziffert, kann der Schuldner innerhalb von acht Wochen ab dem Zeitpunkt der Abbuchung die Erstattung des Betrages verlangen. Aber nur, wenn die Abbuchung per Lastschrift den Betrag übersteigt, den er nach seinem bisherigen Ausgabeverhalten, den Vertragsbedingungen und den Umständen des Falles vernünftigerweise erwarten konnte.

Ist eine Abbuchung vom Geld auf dem Konto ohne Genehmigung erfolgt, dann sieht das Gemeinschaftsrecht eine Frist von 13 Monaten für die Anfechtung der Zahlung vor. Nichtsdestotrotz ist es ratsam, die Kontodaten in einem regelmäßigen Abstand zu prüfen und bereits durchgeführte und nicht mehr aktive Einzugsermächtigungen für das Konto oder die Karte zu widerrufen.

Stornierungen von Zahlungen per Lastschrift

Das europäische Regelwerk sieht vor, dass die zahlungspflichtigen Kunden berechtigt sind, die Lastschrift spätestens einen Tag vor dem Verrechnungstag zu widerrufen. Aber Vorsicht ist besser als Nachsicht: Auch wenn eine Zahlung per Lastschrift innerhalb einer relativ großen Zeitspanne vom Zahlungspflichtigen angefochten werden kann, kann es nach einiger Zeit schwierig sein, ihre Richtigkeit zu überprüfen. Aus diesem Grund sollten man beim Lastschrift bezahlen den Kontoauszug in regelmäßigen Abständen überprüfen und die Richtigkeit der verschiedenen gemeldeten Bewegungen kontrollieren.

Bekannte Arten von SEPA-Lastschriften

Lastschriftverfahren über PayPal, Klarna oder andere Anbieter abwickeln

Für eine Online-Bestellung und -Zahlung beim Händler besteht immer die Möglichkeit, die Lastschrift über Drittanbieter wie PayPal, Klarna oder andere Anbieter abzuwickeln. Mehr zu den Themen erhalten Sie zum Beispiel hier. Die Abwicklung über Drittanbieter schützt den Kunden vor ungewollten Abbuchungen vom Händler mittels Lastschriftverfahren. Besonders, wenn Sie der Website, dem Zahlungsempfänger oder dem Händler nicht trauen, empfiehlt es sich diese Vorgangsweise zu verwenden. Zudem bietet die Abwicklung via Drittanbieter einen zusätzlichen Käuferschutz bei der Bezahlung via Lastschrift.

Fazit: Lastschriftverfahren die richtige Wahl für Online-Zahlungen?

Das Lastschriftverfahren belastet stets direkt das Konto des Zahlungspflichtigen und erteilt dem Händler die Erlaubnis via IBAN weitere Abbuchungen beim zahlungspflichtigen Kunden durchzuführen. Verwenden man das Lastschriftverfahren für Bestellungen beim Händler, Online-Shop, oder Zahlungen für Dienste von einer Website, dann sollte sich der Kunde dessen stets bewusst sein und sorgsam mit dem Lastschriftverfahren umgehen. Die Verwendung eines Drittanbieters wie PayPal oder Klarna wird bei der Verwendung von Lastschriftverfahren für Online-Zahlungen erhöht die Sicherheit.

Für den zahlungspflichtigen Kunden und den Zahlungsempfänger hat das Lastschriftverfahren einen großen Vorteil: Es spart Zeit und man benötigt keine Kreditkarte für Online-Zahlungen. Eine hochwertige Alternative zur Zahlung via Lastschrift ist zum Beispiel die Paysafecard. Auch bei dieser Online-Zahlungsmethode wird das Geld dem Zahlungsempfänger ohne die Verwendung von Kreditkarten zugesendet.